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Leistungsabschluss Fleischrinder 2020

Der Anzahl der FIH-Fleischrinderzuchtbetriebe, welche 2020 an der Fleischleistungsprüfung teilnahmen blieb mit 110 Betrieben und knapp 1200 Herdebuchkühen gegenüber 2019 nahezu unverändert. Die Hochlandrinderzüchter stellen mit 38 Betrieben die größte Gruppe, die Fleckviehzüchter mit 223 Kühen die größte Anzahl an Herdebuchkühen. Die Kuhzahl der Rassen Angus, Charolais, Limousin und Blonde d‘Aquitaine bewegen sich durchschnittlich bei 160 Herdebuchkühen. Die Ergebnisse der Fleischleistungen und Fitnesswerte der Zuchtbetriebe liegen im Österreichvergleich, so wie auch in den letzten Jahren, im oberen Bereich bis hin zu einigen Spitzenplätzen.

Die Fleischrinderzucht und Mutterkuhhaltung mit verschiedensten Produktionsformen hat sich in den letzten Jahren stabilisiert und wird auch weiterhin in vielen Regionen seine Bedeutung haben. Österreichweit ist in den letzten Jahren die Zahl der Zuchtbetriebe und Herdebuchkühe sogar leicht angestiegen.

Die 2017 eingeführte Zuchtwertschätzung ist für Züchter zu einem wichtigen Hilfsmittel für züchterische Entscheidungen geworden. Auch für Käufer geben die Zuchtwertdaten eine wertvolle Unterstützung zur Kaufentscheidung. Im Jänner 2021 wurden die neuen Zuchtwerte der Rassen Angus, Charolais, Blonde d‘Aquitaine, Fleckvieh Fleisch und Limousin für die Reinzucht und Gebrauchskreuzungszucht veröffentlicht. Alle Zuchtwerte der Besamungs- und Natursprungstiere sind in der Zuchtwertdatenbank www.zar.at abrufbar.

Der nachfolgende Bericht gibt einen Überblick über die Fleischleistungsergebnisse der FIH Betriebe. Die gesamten Ergebnisse finden sie im ZuchDdata Jahresbericht 2020.


Hohe Tageszunahmen - FIH Betriebe vorne dabei

Bei den Intensivrassen konnten sich bei den 200 Tage Gewichten die Rassen Fleckvieh, Limousin und Charolais, bei den männlichen sowie bei den weiblichen Tieren, wieder vorne behaupten. Ebenfalls im vorderen Bereich befinden sich die Angustiere. Blonde d´ Aquitaine reiht sich im Mittelfeld ein.

Die Rassen Hochlandrinder, Salers sowie Wayu, männlich und weiblich, sind in allen Kategorien ganz vorne. Aubrac und Galloway rangieren jeweils am 2. Platz.

Die Rangierung der 365 Tage Gewichte ist über alle Rassen ähnlich mit denen der 200 Tage Gewichten.

Max Fruhstorfer


Zwischenkalbezeiten und Nutzungsdauer

Neben den Tageszunahmen hat auch die Zwischenkalbezeit sowie die Nutzungsdauer einen maßgeblichen Einfluss für den wirtschaftlichen Erfolg. Hier konnten die FIH-Züchter bei fast allen Rassen überdurchschnittliche Ergebnisse erzielen. Bei der Zwischenkalbezeit liegen Angus, Fleckvieh und Galloway mit jeweils 375 Tagen voran. Charolais liegt mit 380 Tagen ebenfalls im vorderen Bereich.

Bei der Nutzungsdauer bewegen sich alle Rassen im österreichischen Durchschnitt.


Körungen – Trend zu Hornlosstieren hält an

2020 wurden insgesamt 149 Fleischrinderstiere von neun verschiedenen Rassen angekört, dies ergibt ein Plus von 28 Stieren gegenüber 2019. Die Beurteilung der Stiere stellt für Züchter und Käufer eine wertvolle Unterstützung für Zucht- und Verkaufsentscheidungen dar. Im Zuge der Hofkörungen wurden auch die Stiermütter und Herdebuchkühe auf den Betrieben beurteilt. Der Trend zu hornlosen Zuchtstieren hält unvermindert an. Die FIH – Züchter können hierbei als Pioniere der österreichischen Hornloszucht bezeichnet werden. Genetisch hornlose Stiere sind über die Grenzen unseres Bundeslandes hinaus in der Zucht- und Gebrauchskreuzung für den Natursprung gefragt